traditionsklassen
Die Konstrukteure hatten hier nun die Möglichkeit, ohne Bindung an Rumpfmaße und Baugewicht, schnelle Boote zu entwickeln. Sogar eine von Curry eingeführte Wasserbremse wurde gestattet. Es entstanden Boote, von denen die erfolgreichsten etwa 2,5 m länger waren als die 22qm-Rennjollen. Die Bootsformen wurden daher zu mindestens für mittleren und schweren Wind für Entwicklung großer Geschwindigkeiten günstiger, gleichzeitig auch steifer. Diese guten Eigenschaften wurden allerdings durch eine geringere Lebensdauer erkauft. Die Evolution der freien Zwanziger hat extrem schlanke, elegante Boote geschaffen. Eine typische Zwanziger Rennjolle ist etwas über 8 m lang, bei ca. 1,70 m Breite und niedrigem Freibord. Die Abmessungen variieren jedoch stark. Es gibt Exemplare mit 7 m oder über 9 m Länge. Die Takelage, obwohl von den Klassenvorschriften freigestellt, war traditionell Steilgaffel und Großsegel mit durchgehenden Spreizlatten.
Lange Zeit galten die Zwanziger als die schnellsten Schiffe überhaupt und konnten noch in den 50er und 60er Jahren legendäre Triumphe bei der Centomiglia, dem berühmten Langstreckenrennen auf dem Gardasee feiern.
Mitte der 70er Jahre flackerte das Interesse an den Z-Rennjollen wieder auf und hat seitdem zu regelmäßiger Regattatätigkeit geführt. Eine Klassenvereinigung wurde gegründet und die Bauvorschriften modernisiert. Heute wird der Zwanziger natürlich mit einem modernen Spinnaker und zwei Mann im Trapez gesegelt. Die alte Idee des Experimentierens mit Formen ist am Leben, seit 1980 gibt es immer wieder Neubauten, von denen sich durchaus nicht alle auf Anhieb gegen die alten Schiffe durchsetzen können. Die Faszination bleibt aber Geschwindigkeit und edles Holz als Baumaterial.
Bei der Olympiade 1936 in Berlin sollte eine Einhandjolle gesegelt werden, die stabil und steif genug für die Kieler Förde, dem olympischem Revier, aber auch schnell und lebendig für die Binnengewässer und unabhängig vom Gewicht des Seglers sein sollte. In einer langen Versuchsreihe mit den unterschiedlichsten Jollen wurde die beste Konstruktion ermittelt. Der südafrikanische Amateurkonstrukteur Helmut Stauch gewann 1933 den Wettbewerb der Konstrukteure.
Die Gewichtsunabhängigkeit ist durch eine schlanke Wasserlinienbreite bei großer Decksbreite erreicht worden.
Die O-Jolle hatte 1936 etwa 11 qm Segelfläche bei 5 m Länge und 140 Kg Gewicht. Sie ist aufgrund der großen Segelfläche ein sehr anspruchsvolles Einhandboot und verlangt eine gute körperliche Konstitution. Aufgrund der soliden Holzkonstruktion konnten viele alte O-Jollen bis heute überleben. Die O-Jolle paßte sich der Zeit an und sichert sich so das Überleben.
Maße:
Länge ü. A. 5,00 m
Breite 1,66 m
Gewicht 175 Kg
Segelfläche 11 qm (1936)

Historisches
Ebenso wie das Starboot oder auch die deutschen Einheitsklassen der dreißiger Jahre entstand das Drachenboot aus dem Wunsch heraus, ein ganz einfaches, billiges Einheitskielboot zur Verfügung zu haben.
Aber während z. B. das Starboot dem Rennsport dienen sollte, wollte man mit dem Drachen ein Boot schaffen, das gleichzeitig auch als Fahrtenboot geeignet war. Ende der zwanziger Jahre gab es in Deutschland wie auch in Skandinavien an internationalen Rennklassen die eleganten, aber auch kostspieligen Schärenklassen und die R-Klassen. Sie bestimmten die Vorstellungen von einer rassigen Rennyacht. Die Konstruktion des Drachenbootes des Norwegers Johann Anker vermied das Extreme dieser beiden Rennyachttypen.
Die innerhalb von 10 Jahren erfolgte rasche Ausbreitung dieses offiziell 1929 eingeführten Bootes ist wohl auf die ausgezeichneten Segeleigenschaften auch in rauem Wasser zurückzuführen und auch darauf, dass es sich um ein solide gebautes Boot handelt, das im Vergleich zu anderen int. Klassen nicht kostspielig war, sehr lange seinen Wert behielt, weil es sich um ein Einheitsboot handelt, und das man, nach Einbau von weiteren Einrichtungen, noch als gutes Fahrtenboot verwenden konnte.
Im Jahre 1948 wurde der Drachen von der IYRU als internationale Klasse eingeführt. Im gleichen Jahr war es zum ersten Mal Olympiaboot, was es bis 1972 blieb. Die Klassenvorschriften blieben bis 1950 unverändert, erst in diesem Jahr wurden einige wichtige Änderungen vorgenommen, die die Karriere des Drachen als Fahrtenboot oder weekend cruising boat beendeten – Preis der Wahl zum Olympiaboot.
LüA: 8,9m, CWL: 5,71m, B: 1,95m, T: 1,2m, V: 1,7t, Ballast: 1t, Groß: 16qm, Genua: 11,7qm, Spinnacker: 23,6qm, Rennbesatzung: 3 Mann
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